Untypischer Hornstein aus dem Döhlener Becken
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Ebene waagerechte Flächen in Chalzedon sieht man im Querschnitt gelegentlich als auffällige Stapel gerader Achatbänder. Sie waren oft als ehemalige Wasserspiegel in Höhlen gedeutet worden, was leicht zu widerlegen ist. Waagerechte Schichten und Platten sind im Rhynie Chert nicht selten, aber sehr selten in den Perm-Hornsteinen des Döhlener Beckens. Ein unerwarteter solcher Fund zwischen spärlich verstreuten rotbraunen Hornstein-Bruchstücken erwies sich als ein bisher nicht beschriebener Typ.

Wie gewöhnlich waren die Schichtstapel durch Abscheidung von Silica-Suspensionen in wassergefüllten Hohlräumen (ohne Wasserspiegel !) entstanden, mit anschließender Bildung von Kieselgel. Die Unterschiedlichkeit der Schichten weist auf einen längeren Bildungsprozess unter wechselnden Bedingungen hin. Der auffälligste Unterschied zwischen den Schichten in Abb.1,2 besteht in der Menge und Anordnung von Hämatit im Chalzedon.
peculiar Permian chertpeculiar Permian chert
Abb.1,2: Geschichteter Chalzedon in (teilweise) gefüllten Hohlräumen, auch Quarzkristalle als Wandbelag.
Bildbreiten 10mm.












 



Einige der Klumpen in Abb.3,4 waren offenbar im weichen Gel-Zustand zerbrochen und anschließend samt Riss zu Chalzedon verkieselt. Wie schon in Abb.1,2 waren manche Bereiche hohl geblieben und hatten später Wandbeläge aus Quarzkristallen gebildet.                                                             peculiar Permian chert

peculiar Permian chert
Abb.3,4: Chalzedon-Bildungen ähnlich wie in Abb.1,2, manche im weichen Zustand gerissen, Risse ausgeheilt.

Bildbreiten 10mm.

 













Ein Hohlraum wie in Abb.5, mehrfach unterteilt durch Zwischenwände, konnte wahrscheinlich zu Strukturen wie in Abb.3 führen, bevor an den Wänden Quarz gewachsen war, (vergrößert in Abb.6, anderer Schnitt).

Das hier vorgestellte kleine Fundstück ist anders als die zahlreichen meist viel größeren Fundstücke aus dem Döhlener Becken: Es enthält anscheinend keine Pflanzenreste und keine Mikrobenschichten, aber eine Ansammlung waagerechter Schichten, die in den Hornsteinen des Döhlener Beckens sonst nicht gefunden wurden. Möglicherweise entstand es woanders. Das Fundstück könnte mit dem Kies eines eiszeitlichen Wasserlaufes gekommen sein, wie z.B. vereinzelte Feuersteine und ein Seeigel.
Dieser Beitrag soll die Aufmerksamkeit auf die unverstandenen Strukturen lenken, mit der Absicht, einer Erklärung näher zu kommen.
peculiar Permian chertQuarz in Chert
Abb.5 (links außen):

Vermutlich ehemals großer Hohlraum, jetzt durch Wände geteilt.
Bildbreite 10mm.

Abb.6: Höhle mit Quarz an der Wand.
Bildbreite 2mm.

Fundstück: H3/131, (35g),
gesägt in 3 Teile,
gefunden nahe Hänichen,
Döhlener Becken.

H.-J. Weiss    2021



Scolecopteris pinnule cross-section, Sardinia Permian Chert News32
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